Fortsetzung „Harry„ - im März 2005
Harry´s
MÖ-Diagnose wurde im Januar 2004 gestellt. Nun ist
mittlerweile über ein Jahr vergangen und ich möchte
mal wieder berichten, wie wir mit der Krankheit „Megaösophagus“
leben.
Das Wichtigste vorab: Harry geht es sehr gut.
Harry´s Futter bestand bis vor Kurzem aus leckerem
pürierten Hähnchen- und Putenfleisch sowie Rinderhack
mit frischem Gemüse. Alles wurde immer penibel
zerkleinert und stets in gleicher (breiiger) Konsistenz
gegeben.
Hier ein Foto, wie Harry in "Stellung geht"
und genüsslich futtert.
Die Küchenarbeitsplatte hat für
Harry die optimale Höhe, so dass er das Futter gut
gestreckt aufnehmen kann.
Das Futter wird nach wie vor auf 3 Mahlzeiten über
den Tag verteilt. Nach dem Füttern machen wir´s uns
auf dem Sofa gemütlich: Das heißt, Harry wird in einer
Position aufrecht gehalten, in der Hundi und Frauchen
regelmäßig für ca. 15 Minuten eindösen. Unser
Schlawiner (und wir) haben uns mittlerweile an dieses
"Ritual" gewöhnt und genießen unser
Schäferstündchen nach dem Füttern.
Das Ganze sieht dann so aus:
Katze Trixi "bildet" sich
inzwischen ein, sie müsse auch hochgehalten werden !
Die zusätzlichen Schmuseeinheiten lässt sie sich
natürlich nicht entgehen !
Seit einigen Wochen nun, hat sich die Konsistenz des
Futter komplett geändert. Harry hatte großen
Liebeskummer und wollte nichts mehr fressen. Drei Tage
lang hielt dieser Zustand an. Alles, was wir ihm - wie
immer püriert - anboten, wurde strikt verweigert. Aus
lauter Verzweiflung öffnete ich eine Dose Hundefutter
mit lecker duftendem Pansen. Diesmal ließ ich ganze
Stücke des Hundefutters im Napf und Harry futterte
wieder wie ein Scheunendrescher. Das beste aber: er
behielt die relativ großen Stücke !!! Alles schien gut
gerutscht zu sein !!!
Wow ! Wir waren total erstaunt, da wir ja bis dahin
alles breiig pürieren mussten. Seit diesem Tag bekommt
er nun sein Futter in größeren Stücken. Kurz vor dem
Verfüttern rühre ich einige EL Schmelzflocken an und
gebe den Flockenbrei unter das Futter. Es bekommt ihm
super gut und ich bin der Meinung, es rutscht somit
besser. Jedenfalls spuckt Harry seit der Umstellung von
Püriertem auf Stücken so gut wie nichts !!!
Noch vor einem halben Jahr wäre es schier unmöglich
gewesen, ihm irgendwelche Stückchen zu verfüttern.
Jeder Krümel wurde Stunden später wieder ausgespuckt.
Es ist für uns unerklärlich, wieso dies jetzt mit
einem Mal so wunderbar funktioniert !
Nach wie vor müssen wir jedoch genügend Flüssigkeit
beigeben, da die pure Wasseraufnahme immer noch ein
großes Problem ist. Als hier noch Schnee lag, bediente
sich Harry daran und hatte keine Probleme damit, die
Flüssigkeit zu behalten. Schlappt er das Wasser wieder
aus dem Napf - auch wenn der Napf erhöht steht und Harry
danach hochgehalten wird - kommt es wieder zum Husten,
Sich-Verschlucken und eventuellem Spucken. Wir möchten es
nun in der nächsten Zeit wieder mit Eiswürfeln versuchen
...
Harry bekommt seit einem Jahr 2x täglich ein
muskelstimulierendes Medikament mit dem Namen "Kalymin".
Dieses Mittel wird u.a. bei Myasthenia gravis eingesetzt.
Es soll wie gesagt die Muskeln (und somit die
Speiseröhre) anregen, normal zu arbeiten.
Bei Harry wurde kurz nach der MÖ-Diagnose letztes Jahr
zudem eine massive Schilddrüsenunterfunktion
festgestellt. Juliane schreibt in ihren MÖ-Berichten u.a.
auch, dass ein MÖ unter Umständen durch eine
Unterfunktion der Schilddrüse hervorgerufen werden kann.
Harry ist derzeit auf 600mg L-Thyroxin eingestellt. Eine
letzte Blutuntersuchung zeigte bereits eine Besserung der
Werte, jedoch immer noch im unterem Bereich. Wir werden
also dranbleiben um ihn auf Dauer optimal einzustellen.
Aufgrund der guten Erfahrung, die Juliane mit Vitamin
B12 machen durfte, geben wir Harry ebenfalls das
hochdosierte Vitamin. Da wir letztes Jahr mit der
zusätzlichen Diagnose "chronisch-fibrosierende und
atrophische Gastritis" aus der Tierklinik entlassen
wurden, wurde Harry mit diversen Magentabletten
(Magensäurehemmer) behandelt. Hin und wieder, konnte man
feststellen, dass sich Harry´s Magenbeschwerden und das
daraus resultierende Sodbrennen durch eine extrem
rot-gefärbte Zunge äußerte. Also wurde die
Tablettendosis jeweils entsprechend erhöht. Irgendwie
hatte ich aber bei der Gabe dieser Mittel stets ein
ungutes Gefühl... Im Nachhinein bin ich fast sicher, dass
Harry diese Behandlung mehr Schaden, als Nutzen brachte.
Seit einigen Monaten ersetze ich nun diese Tabletten
komplett durch Heilerde und durch Zugabe der B12-Tropfen,
die wir unter das Futter mischen. Und was soll ich sagen:
Es geht ihm seit Absetzen des Magenmittels sehr viel
besser !
Wir sind super, super happy, dass es unserem Schlawiner
trotz des Megaösophagus so gut geht und wir evtl. einen
Weg gefunden haben, mit dieser Krankheit umzugehen. Es ist
zwar nicht immer einfach, alles zu managen. Gerade auf
Reisen usw. ist es bei Harry´s Größe und seinem
entsprechenden Gewicht von 31kg nicht immer einfach, ihn
gut hochzuhalten. Aber Not macht erfinderisch ! So kann
man beispielsweise auch auf dem Autorücksitz prima
aufrecht vor sich hinschlummern.
... wir lassen uns nicht unterkriegen und berichten
(mit Juliane´s Genehmigung) natürlich weiter !!!
Andrea & Harry |