Zu dieser Seite: Sie ist aus Anlass der
eigenen und manchmal sehr lähmenden Erfahrung mit der Diagnose
Megaösophagus bei meinem Hund entstanden. Er ist ein
Sheltie und hat eine Haut- und Muskelerkrankung (Dermatomyositis
),
die schließlich zur Erweiterung seiner Speiseröhre mit all
ihren Folgen geführt hat. Das Grundgerüst des folgenden Artikels habe ich aus dem
Englischen übersetzt. Er ist durch und mit Hilfe von
Mitgliedern einer englischsprachigen Online-Group zum
Megaösophagus bei Hunden entstanden.
In den weißen Kästen
sind weitere Vorschläge und Anmerkungen sowie Berichte über
unseren konkreten Weg mit dieser
Krankheit umzugehen.Wenn Sie Ideen, Erfahrungen oder
Anmerkungen haben, oder ihr Hund ebenfalls betroffen ist,
würde ich mich über Kontakt freuen.
Bitte beachten: Die Namen
und Angaben zu Medikamenten sind dem englischen Original
entnommen, die Links verweisen auf entsprechende meist
englische Infoseiten.
Aktualisierungen:
die MÖ-Seite ist wieder online, die Links sind größtenteils
noch deaktiviert
18.12.2007 Ossi ist inzwischen über
15 Jahre alt :-)
- mit MÖ! - mit Futterbrei, mit Tritthocker, erhöhtem Futter
vom flachen Teller, vielen kleinen Mahlzeiten und und und
... und immer GROßEM Appetit! Nur Ausnahmen oder
Abweichungen vom Procedere sind Tabu, das geht sonst schief. Demnächst gibt's an dieser Stelle vielleicht mal ein
Filmchen dazu.. ?
Ossi ist ganz zauselig und tüddelig, ja, ein sehr alter Hund. Und
dabei ganz besonders. 17.12.2007
Der Megaösophagus (MÖ) beim Hund ist eine ernste und
potentiell verhängnisvolle Missbildung der Speiseröhre (
Ösophagus - die Röhre, die das Maul mit dem Magen
verbindet ). Die Speiseröhre kann gänzlich
vergrößert sein, ausgebeult erscheinen oder
vergrößerte Taschen aufweisen. Zu den Symptomen
eines MÖ gehört der Rückfluss von Nahrung und/oder Wasser sofort nach
der Aufnahme.
Megaösophagus-Hunde können aber auch erst Stunden
nach dem Fressen erbrechen. Die schwersten Folgen für
einen betroffenen Hund sind Unterernährung und
Aspirations-Pneumonien (Lungenentzündungen aufgrund von
Futterpartikeln / Flüssigkeit ... die durch Verschlucken in die
Lunge gelangt sind). MÖ kann durch eine
angeborene Missbildung oder durch primäre
Erkrankungen wie
(=Schilddrüsenunterfunktion)
und
verursacht werden.
( Anmerkung: Die bei
Dermatomyositis
auftretende
Muskelproblematik kann ebenfalls zu einem
Megaösophagus führen. )
Megaösophagus kann durch eine
Röntgenaufnahme diagnostiziert werden, aber
gewöhnlich wird zusätzlich ein
zu schluckendes Kontrastmittel
verwandt. MÖ kann von Geburt an
bestehen, kann sich aber auch erst später entwickeln.
Den Besitzern wird oft empfohlen ihre Hunde
einzuschläfern, vor allem wenn es ein angeborenes Problem
ist. Das ist üblich, da Tierärzte wissen, wie
schwierig es sein kann mit einem Megaösophagus-Hund
zu leben. Es gibt keine Heilung für diese Krankheit.
Das Beste, was man machen kann, ist diesen Zustand so
zu halten, dass der Hund ein gutes Gewicht halten kann
und vor Lungenentzündungen in Folge von Aspiration
geschützt wird. Viele von uns haben festgestellt,
dass durch etwas harte Arbeit, Ausdauer und Geduld, die Symptome des MÖ
durch eine Veränderung
der Lebensumstände deutlich reduziert werden können und die Hunde über Jahre
eine
gute Lebensqualität haben können. Natürlich
gibt es auch Hunde, deren Erkrankung so schwer
ist, dass jede noch so große Mühe vergebens ist, sie
nicht gerettet werden können. Weiterhin
sind einige Menschen nicht in der Lage einen MÖ-Hund
ausreichend zu pflegen - sei es durch körperliche oder zeitliche
Grenzen. [...]
Eine ergänzende Liste mit möglichen
Anzeichen...
Husten beim oder nach dem Fressen oder Trinken
Husten insbesondere in der Nacht oder nachdem
der Hund eine Weile auf ebener Erde liegt
Hinunterwürgen des Futters
Sich-Verschlucken beim Fressen und Trinken
vermehrtes Sabbern, Speicheln, Schleimen
vergorener Geruch aus dem Maul
Glucksen, Gluckern - wie schwappendes Wasser in
einem Eimer - wenn der Hund sich bewegt
Erbrechen / Spucken erfolgt sehr unvermittelt,
z.B. im Schlaf oder wenn der Hund den Kopf nach
unten hält, der sonst "übliche"
Würgereiz fehlt, man spricht dann von Regurgitieren
Erbrechen von Schleim, Schaum, purem Wasser
oder von Futter wenige Minuten aber auch viele
Stunden nach dem Fressen
erbrochenes Futter erscheint unverdaut, ist
aber evtl. durch längeres Verbleiben in der
Speiseröhre vergoren ist und riecht übel
säugenden Welpen läuft die Muttermilch wieder
aus Maul oder Nase
Entzündung der Schleimhäute, Rachen und
Speiseröhre
wenn der MÖ mit einem Schwund der Kau- und
Gesichtsmuskulatur einhergeht: Vermeiden oder
Probleme beim Kauen, Futterreste an Lefzen und im
Maul, der früher blankgeputzte Futternapf wird nun
verschmutzt zurückgelassen, unsauberes Lecken,
eingefallenes Gesicht usw...
Die Ausprägung und damit auch die Symptomatik
eines MÖ kann sehr sehr verschieden sein! So auch die
Häufigkeit mit der bestimmte Symptome auftreten. Dies sollen
nur Anhaltspunkte sein.Bei vielen jungen Hunden
mit MÖ ist die Prognose gut und es ist sogar möglich,
dass sie mit der Zeit quasi aus der Krankheit
herauswachsen.
Management: Was kann man
tun?
Der Megaösophagus unter den Hunden ist sehr
verschieden. Alle Hunde mit der Diagnose MÖ sollten
weiteren Tests unterzogen werden, um zu sehen, ob die
primären Ursachen dieser Erkrankung gefunden werden
können. Wenn die Grunderkrankung gefunden wurde, kann
die Behandlung und Kontrolle dieser Krankheit die
Schwere des MÖ verringern. Unabhängig davon ist die
Suche nach einem geeigneten Konzept für MÖ-Hunde in
hohem Maße ein Ausprobieren. Wenn etwas gute Wirkung
zeigt, bleiben Sie dabei. Wenn es nicht
funktioniert, versuchen Sie etwas anderes. Es kann bis
zu 6 Monate dauern bis Sie die richtige Kombination
gefunden haben, die am besten für Ihren Hund ist. Bitte
bedenken Sie aber auch, dass selbst das beste
Behandlungsprogramm nicht die gesamten Symptome des
MÖ eliminieren kann. Die meisten Hunde scheinen nach
einer Weile Rückfälle zu haben. Wenn die Rückfälle nur periodisch
auftreten und nur wenige Tage anhalten, machen Sie mit dem Originalprogramm weiter.
Diese Rückschläge sind oft unerklärlich, aber sie können durch Änderungen
im Wetter (der Temperatur, Luftfeuchtigkeit), durch
andere Krankheiten und heimliches Knabbern (Gras
fressen usw.) verursacht werden. Hier ist eine Liste
mit Vorschlägen, die man ins MÖ-Behandlungs-Programm
eines Hundes integrieren kann. Bitte bemerken Sie, dass Sie all diese Vorschläge nicht
für Ihren Hund übernehmen müssen:
1.
Finden Sie die für Ihren Hund beste Konsistenz des
Futters heraus:
Einige Hunde mit MÖ kommen nur mit vermischtem
Futter, das die Konsistenz einer Suppe hat, zurecht.
Für andere Hunde ist das Füttern von Stücken
besser. Zum Beispiel können Sie trockene Hundenahrung in Wasser
einweichen bis sie breiig ist oder das Trockenfutter
so mit Wasser mischen, dass sie eine Suppe erhalten.
Oder Sie fügen dem Trockenfutter unmittelbar vor dem
Verfüttern Wasser hinzu, so dass die einzelnen
Stückchen darin schwimmen. Trockenfutter wird hier
als Beispiel verwandt, dies kann für jede Sorte der Hundenahrung gelten.
Sie können auch für zusätzliche Kalorienzufuhr durch
Zugabe von Ensure, NutriCal oder gerührten Eiern
sorgen. Vermeiden Sie es, Kekse oder andere harte
Snacks zu geben. Achten Sie auf Kauartikel wie Rohleder und
Kauknochen, da ein Hund kleine Stücke abbeißen und schlucken kann.
Vermeiden Sie auch die Zugabe von Ölen, da diese sehr
ernste Komplikationen verursachen können, ob durch Inhalation
während des Fressens, durch Rückfluss oder Erbrechen.
>>
Rezepte
- die bei einigen MÖ-Hunden funktionieren...
2.
Füttern Sie Ihren Hund in einer erhöhten Position:
Das kann auf zwei verschiedene Arten geschehen: Der
Hund kann in sitzender Position gefüttert werden oder
auf seinen Hinterbeinen stehend. Sie können den
Hundenapf selbst festhalten oder ihn auf einem Stuhl,
einer Box, einem Tisch usw. platzieren, abhängig von
der Größe des Hundes. Sie sollten die
Futterschüssel evtl. festhalten, damit sie nicht
herunterfallen kann.
[ 01.Sept.03 ] So sieht es nun aus, wenn Ossi
frisst. Dieser Tritthocker
leistet gute Dienste. Er kann mit den
Vorderpfoten auf der Stufe stehen und so mit
ganz nach oben gestrecktem Körper (und
damit auch senkrechter Speiseröhre)
fressen. Zunächst hatte ich ihn aus der
Hand im Stehen gefüttert - dabei musste er
aber immer wieder absetzen und konnte die
Position nicht halten. Das Füttern aus
einem erhöhten Napf auf einem einfachen
Stuhl war auch nicht so günstig, da er
dabei die Vorderpfoten auf Napfhöhe halten
musste und nicht so sicher stehen konnte.
[ 18.Dez.03 ] Die Problematik hat sich leider
sehr, sehr verstärkt. Jegliches Futter gibt
es mittlerweile doch aus der Hand. Der
Körper ist dann gestreckter und Ossi kann
vor allem nicht so sehr schlingen, er leert
den Napf sonst sehr hektisch und in nur
wenigen Zügen. So frisst er ruhiger,
langsamer und eben Stück für Stück für
Stück ...
[ 25.Juni.04 ] Ein Update nach mittlerweile
mehreren Monaten... und nach vielen
manchmal auch sehr verzweifelten Versuchen,
irgendwie genug Futter in Ossi´s Magen zu
bekommen... Er bekommt seit Längerem
ausschließlich Futter in sämig breiiger
Konsistenz - also sehr fein püriert (So
wird man zum Küchenmaschinen-Experten!). Er
bekommt es in kleinen Mengen, dafür am Tage
im Abstand von 2-3 Stunden. Bewährt hat sich das weiterhin
erhöhte Füttern von einem flachen Teller,
so dass er es in kleinen Portionen lecken
muss.
Im Augenblick geht es Ossi unglaublich
gut, er hat endlich wieder zugenommen, hat
nicht mehr so großen Hunger, die sonst
schwierigen Nächte sind völlig entspannt.
Er verschluckt sich weniger beim Fressen,
hustet kaum und "spuckt" sehr viel
weniger! Nur das laute
"Schlackern" der Speiseröhre,
wenn er rennt, ist wesentlich lauter
geworden.
[ Sept.04 ] Nach den letzten so positiven
Nachrichten ist Ossi im August 2004 mit
einer Lungenentzündung zusammengebrochen.
Durch die Probleme beim Schlucken ist
Nahrung oder Flüssigkeit in die Lunge
geraten und führt da zu schweren
Komplikationen. Näheres dazu in seinem
Tagebuch.
[ März.05 ]
Einige Worte zu
Speedy
... :-)
[ Dez.07 ]
Ossi ist inzwischen über 15 Jahre alt :-)
siehe oben ...
3.
Halten Sie Ihren Hund auch nach dem Fressen/Trinken in
erhöhter Position:
Dies kann durch das Einnehmen einer Sitzposition oder
durch Halten des Hundes auf den Hinterbeinen erreicht werden.
Wie lange Sie den Hund hochhalten müssen kann variieren.
Einige Hunde brauchen nur so lange gehalten zu werden
bis sie rülpsen (Sie können dies dadurch erleichtern,
indem Sie seitlich oder von oben auf den
Brustkorb klopfen). Andere Hunde müssen 30 Minuten
und länger so erhöht gehalten werden. Ein Hund kann
sich zunächst dagegen wehren, dass er hochgehalten
wird, aber versuchen Sie Ihr Bestes und hoffentlich
gewöhnt er sich schnell daran. Größere Hunde
können problematischer sein. Sie in einer
Sitzposition zu halten kann ausreichen, aber andere
Ideen sind: ihren "Kennel" so weit zu
verkleinern, dass sie aufrecht darin sitzen müssen, oder
sie so auf die Treppe zu stellen, dass der Kopf zum oberen Ende der Treppe
zeigt, so als würden sie gerade die Treppe hinauf
gehen. Andere Leute sagen,
dass leichte Aktivität - wie z.B. ein langsamer
Spaziergang - nach dem Fressen etwas hilft.
Lassen sie einen Hund aber NIE direkt nach dem Fressen
körperlich trainieren oder sich stark bewegen, da
dies Blähungen und Magendrehungen verursachen kann -
das kann
lebensgefährlich sein.
"Bailey's chair"
An dieser Stelle zunächst ein Foto und eine
kurze Notiz zu Bailey's chair. Diesen Stuhl haben
Bailey's Besitzer gebaut, um ihm das Fressen zu
erleichtern. In diesem Stuhl bekommt er sein
Futter und - das ist ein ganz
entscheidender Punkt - er sitzt auch nach dem
Fressen noch für einige Zeit in dieser Position.
Im ersten Augenblick scheint dies etwas
befremdlich. Wenn man jedoch sieht, wie entspannt
Bailey sich in seinem Stuhl verhält, dass er wedelnd
dorthin läuft, wenn wieder Fressenszeit ist, und
dass er danach den Kopf auf die Seite legend im
Stuhl ein Schläfchen hält, dann schwindet dieser
erste Eindruck schnell. Seine Familie (Das sind
Donna und
Joseph Koch aus Newhall, USA) hat sehr liebevoll und
engagiert ein
Video erstellt, in dem über ihn, über sein Leben
mit MÖ und ganz im Detail über den Aufbau seines
Stuhles berichtet wird. >>
email
an mich
4.
Füttern Sie Ihren Hund 3-4 mal kleine Mahlzeiten am
Tag:
Wenn Ihr Hund derzeit einmal täglich frisst, teilen Sie diese Mahlzeit auf 3 auf. Wenn er bisher zweimal
am Tag frisst, verteilen Sie es auf 3 oder 4 usw.
Zuviel Futter auf einmal führt meistens zum
Spucken/Erbrechen. Einige Leute behaupten, dass die Fütterung einer
Mahlzeit spät am Abend (unmittelbar vor dem
Zubettgehen) das nächtliche Erbrechen reduziert. Wieder
einige sprechen von Erfolgen durch Fütterung mit
einem Löffel.
5. Vorenthalten von Wasser zwischen den
Mahlzeiten:
Wenn Sie genug Wasser verwenden, um damit das Futter
aufzuweichen, können Sie das Wasser zwischen den
Mahlzeiten wegstellen. Dies müssen Sie nur tun, wenn
Ihr Hund nach dem Wasser-Trinken spuckt. Eine andere
Alternative ist das Wasser nur dann anzubieten, wenn Sie in der Lage sind, den Hund unmittelbar nach dem
Trinken auch hochzuhalten. Bieten Sie Ihrem Hund
häufiger Wasser an, wenn es draußen besonders heiß
ist oder wenn er kurz zuvor aktiv war. Einige hatten
Erfolg damit, ihren Hunden jeweils einen Eiswürfel zu
füttern.
[ 01.Sept.03 ] An eben diesem Punkt stehen wir zur Zeit.
Ossi hat in aller erster Linie Probleme mit
Wasser oder sehr flüssiger - suppiger
Nahrung. Größere Brocken (z.B. Fleisch),
aber auch einfache Leckerli kann er ganz
unproblematisch schlucken. Unmittelbar nach
dem Saufen muss er ein paar Mal husten -
auch in noch erhöhter bzw. senkrechter
Position. Teilweise spuckt er einige Minuten
später einen Schwapp Wasser bzw. Futter +
Schleim wieder aus. Danach ist es wieder
o.k.
[
05.Sept.03 ] In den letzten beiden Tagen habe
ich versucht, Ossi auf diese Weise Wasser zu
geben - und ..... er hat danach weder husten
noch spucken müssen. Vielleicht ist dies
der richtige Weg. Im Moment geht noch viel
daneben und landet in seinem
"Bart".
Die Flasche ist eine normale
Sport-Trinkflasche, in die ich Wasser mit
einem Schuss Sahne gebe, damit es schmeckt und
um Ossi zunächst daran zu gewöhnen.
[ 16.Nov.03
]
Die gesamte Schluck - oder besser Trink-Problematik
hat sich in den letzten Wochen deutlich verstärkt.
Ossi bekommt nun zu den relativ festen und trockenen
Mahlzeiten Eiswürfel (bestehend aus Wasser mit etwas
Hühnerbrühe) mit ins Futter. Auf diesem Wege soll
sein Flüssigkeitsbedarf gedeckt werden und sein Durst
zwischendurch gemindert werden, so dass er weniger oft
Trinken und damit auch weniger oft Husten bzw. Spucken
muss.
[ 16.Dez.03 ]
Diese wunderbare Tränke
hat ein Freund für Ossi gebaut. Ursprünglich war
dies eine Tränke für "Zwergkaninchen und ( wohl
sehr, sehr... ) kleine Hunde". Die Öffnung -
also Kugel und Rohr - waren jedoch zu schmal und
unergiebig.
Mir erscheint es immer wichtiger, dass Ossi möglichst
langsam und in sehr kleinen Portionen trinkt (und
frisst). Diese Tränke kann zwar nicht späteres
Spucken verhindern, aber der Trinkvorgang selbst wird
ruhiger, er verschluckt sich dabei nicht mehr und muss
dann auch nicht mehr husten! Das liegt wahrscheinlich
auch an der so nach oben gestreckten Kopfhaltung.
[29.Jan.04]
Ossi ist nicht mehr in der Lage normales Wasser oder
andere Flüssigkeiten aufzunehmen bzw. sie
führen unweigerlich zum Spucken / Erbrechen auch von
bereits "geschluckter" Nahrung. Die Eiswürfel, die Tränke - leider waren es
wohl nur
vorübergehende Lösungen. Das hat ihn sehr zurückgeworfen.
Die Zufuhr über die Nahrung allein ist aber nicht ausreichend,
er hat einfach Durst.
Drum an dieser Stelle ein paar Notizen zu einem anderen
Weg der Flüssigkeitsaufnahme, mit dem es ihm um Welten
besser geht!
Gelatine
einfache weiße Gelatine, die man in jedem
Supermarkt bekommt, sie ist
geschmacks- und geruchsneutral, die fertige Masse lässt
sich in Würfel schneiden oder direkt unters Futter
geben.
Agartine oder auch
Agar-Agar (aus dem Bioladen)
Alternativen zur
Gelatine aus Meeresalgen
Nestargel
Quick &
Dick
Clinutren
Resource
Thickenup
Thick
& Easy
Verdickungsmittel aus der
Humanmedizin; All
diese Pulver sind in der Apotheke zu bestellen
und laufen unter der Indikation Säuglingsdiät
bzw. Stoffwechselstörung. Sie sind einfach ins
Wasser oder die Nahrung einzurühren. Lt.
Prospekt zu 'Quick und Dick' kann die angedickte
Flüssigkeit vom Körper resorbiert werden!
Mit
Nestargel und der o.g. Agartine ist Ossi nicht gut klar
gekommen. Gelatine und 'Quick und Dick' helfen aber gut
weiter!
[ 25.Mai 05 ] Ossi hat sich "trinktechnisch" sehr
stabilisiert - oder besser gesagt: Wasser ist KEIN Thema
mehr. Seit gut einem Jahr kann wieder ständig ein
Wassernapf (wenn auch nicht für ihn bestimmt) in der
Wohnung stehen. Ossi geht von selbst nicht mehr daran. Entscheidend
dafür ist
sicher, dass sein Flüssigkeitsbedarf durch das
mittlerweile bereits
sehr flüssig-breiige Futter gedeckt werden kann. Konkret
sind das etwa 2 Gläser Wasser, die ich pro Tag zu
seinem Futter gebe,
um es beim Pürieren in die richtige Konsistenz zu
bekommen. Andererseits scheint er einfach durch Erfahrung
gelernt zu haben, welche Folge das Saufen hat. :-(
Trinkt
er, führt dies unweigerlich zum Regurgitieren. Wenn er
merkt, dass doch Nahrungspartikel in der Speiseröhre geblieben
sind,
trinkt er extra, sucht sehr energisch nach Wasser oder
macht sich bemerkbar, wenn kein Wasser verfügbar ist,
um sich mit Hilfe dessen wieder von diesen zu befreien.
Es ist mir nach wie vor ein Rätsel, warum
Flüssigkeiten so problematisch sind, er aber mit
relativ flüssig-breiiger Nahrung (yoghurt-artige
Konsistenz) zurecht kommt. Aber so funktioniert es eben
bei ihm ...
6. Geben Sie Ihrem Hund zweimal täglich ein
Magensäure bindendes Mittel:
Wenn Ihr Hund erst mehrere Stunden nach dem Fressen
erbricht, kann der Rückfluss der Magensäure ein
Problem werden. Sie können versuchen Ihrem Hund
ein Antacida ( = Magensäure bindende /
neutralisierende Mittel) wie z.B. Tagamet oder Pepcid AC
zweimal täglich mit dem Futter zu geben. Ein Vorteil
von Tagamet ist seine flüssige Form. Wenn ein
bestimmtes Medikament nicht zu wirken scheint, probieren
Sie ein anderes mit einem anderen Wirkstoff.
Sie können auch rezeptpflichtige Antacida von Ihrem
Tierarzt verschrieben bekommen. Es ist sehr schwierig
diese Mittel
überzudosieren, aber, um auf der sicheren Seite zu
sein, fragen Sie Ihren Tierarzt nach der angemessenen
Dosis für Ihren Hund, schließlich kann jedes
Medikament zu möglichen Nebenwirkungen führen.
7. Geben Sie Ihrem Hund ein
Expektorans:
Wenn Ihr Hund mehrere Stunden nach dem Fressen dicken
Schleim erbricht, sollten Sie
mehrmals am Tag Guaifenesin-Sirup zu seinem Futter
hinzufügen. Guaifenesin hilft den Schleim zu
lockern/zu lösen. Man
findet es in Hustenmitteln wie z.B. Robitussin. Gehen
Sie aber sicher, dass Sie ein Medikament einzig mit
Guaifenesin erhalten - denn Sie wollen keine abschwellenden
Mittel für die Nase, keine Schmerz- oder
fiebersenkenden Mittel, Hustenhemmer oder ähnliche
kühlende Inhaltstoffe, denn diese können die
eigentlichen Probleme verstärken. Guaifenesin hat nur
einen begrenzten Erfolg, aber es ist einen Versuch
wert,
wenn Ihr Hund chronisch Schleim erbricht. Bei einem
Hund von kleiner oder mittlerer Größe probieren Sie
die Dosierung für ein Kind und die eines Erwachsenen,
wenn Sie einen großen Hund haben - oder fragen Sie
Ihren Tierarzt nach der entsprechenden Dosierung.
( Expektoranzien = auswurffördernde Mittel;
Guaifenesin-Sirup ist in Deutschland nicht mehr
erhältlich, das betrifft auch Produkte ähnlicher
Zusammensetzung - Info/Stand: März 2004 )
8.
Lassen Sie Ihren Hund in erhöhter Position schlafen:
O.k., das ist leichter gesagt als getan. Wenn es
für Ihren Hund möglich ist mit dem Kopf oder
Oberkörper auf einem oder vielleicht zwei Kissen zu
schlafen, so kann das helfen, das nächtliche
Erbrechen und den Säure-Rückfluss zu reduzieren.
[25.Dez.03] Ossi schläft jetzt
in einem schiefen Donut* - also in bzw.
auf einem Kissen in solch einer Form. Dadurch liegt er
mit erhöhtem Kopf und Oberkörper. Er nimmt es sehr
gern an und es gibt mir ein besseres Gefühl.
Vielleicht ist es ihm einfach nur angenehm so zu
liegen, vielleicht aber vermindert es tatsächlich
Rückfluss und Erbrechen...
* Ein altes Laken zu
einem Schlauch genäht und mit Decken gestopft und an
den Enden verknotet, kost-nix, waschbar und beliebig
in der Größe, auch eine Empfehlung für fitte
Hunde...
[14.Mrz.04] So banal es ist: Doch eben dieser Donut ist
wirklich ein Segen!
Die letzten Wochen haben es immer deutlicher gezeigt.
Flaches Liegen führt nach kurzer Zeit zum Husten,
Schlucken, Spucken, Regurgitieren ... Erhöhtes Liegen
mit Kopf und Oberkörper kann dies nicht immer
verhindern, aber der Unterschied ist sehr deutlich!
Ossi legt sich sehr bewusst dort hinein, fühlt sich
zudem geborgen und die Nächte sind dadurch um vieles
ruhiger. Die "Donuts" begleiten ihn jetzt zu
Haus, im Auto und auf Reisen ...
9. zusätzliche Gabe von Vitamin B6:
Einige Menschen geben ihren Hunden Vitamin B6 in der
Hoffnung damit bei Nervenschädigungen,
die manchmal einen Megaösophagus begleiten, zu
helfen.
[09.Mai.04]
Ein weiteres Vitamin das eine wichtige
Funktion bezüglich des Nervensystems hat, ist das Vitamin
B12 (Cobalamine). Eigentlich ist davon auszugehen, dass ein
Hund bei normaler fleischreicher Ernährung ausreichend
Vitamin B12 aufnimmt und dieses zudem lange gespeichert
wird, so dass sich ein Mangel erst sehr langfristig
bemerkbar machen würde.
Trotzdem bekommt Ossi nun zusätzlich Vitamin B12.
Warum? Wie im Tagebuch beschrieben, hat er sehr massiv auf
eine Infusionsbehandlung vor einigen Wochen reagiert. Die
Symptomatik hat sich verlagert und Ossi musste bei alledem
wenigstens weniger oft "spucken".
Einzige Komponente der Infusion, die darauf eventuell einen
positiven Einfluss hätte haben können, war das zugesetzte
hochdosierte B12. So war es also einen Versuch wert. Zumal
B12 als wasserlösliches Vitamin bei Überversorgung soweit
bekannt nebenwirkungsfrei über die Nieren wieder
ausgeschieden wird. Wir haben also nach Tropfen und der
entsprechenden Dosierung gesucht und... - ich würde
sagen, sie helfen! - *vorsichtig-auf-Holz-klopf*. Das
Präparat nennt sich "Ankermann", es sind
B12-Tropfen.
[22.Mai.04]
Ja, sie helfen!! Und wie!
Ossi´s Spuckfrequenz hat sich deutlich verringert und er
hat sogar wieder etwas zugenommen!
Es gibt sehr umfangreiche Literatur zu B12, zu
Verkommen, Verfügbarkeit für den Organismus, seiner
Bedeutung, zu Wechselwirkungen mit anderen Stoffen und und
... . Ich habe noch nicht ganz den Überblick, kann aber nur
wärmstens empfehlen, sich in dieser Richtung einzulesen.
10. Verordnete Medikamente:
Ihr Tierarzt kann verschiedene Medikamente verordnen,
die die Symptome des Megaösophagus verringern können
- oder auch nicht. Die meisten Medikamente wirken auf
die Nerven- oder Muskelmotilität. Sie können aber
nicht entsprechend helfen, wenn das Hauptproblem ist,
dass die Speiseröhre zu weit oder ausgebeult ist. Es gibt
keine Medikamente, die die Größe der Speiseröhre
reduzieren können! Einige
verschreibungspflichtige Medikamente sind: Prevacid, Cisapride
(Propulsid) und Reglan. ( Alle genannten Medikamente sind in D unter selben
Namen bekannt. )
11. Akupunktur:
Die Symptome eines Megaösophagus können durch eine
spezielle Behandlung durch Akupunktur verringert werden. Es
kann schwierig sein einen Tierarzt zu finden,
der Akupunktur anwendet, aber es wird immer
populärer. [...]
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