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Megaösophagus beim Hund

- erweiterte Speiseröhre -

weitere Röntgenbilder ... click ...

Zu dieser Seite:  Sie ist aus Anlass der eigenen und manchmal sehr lähmenden Erfahrung mit der Diagnose Megaösophagus bei meinem Hund entstanden. Er ist ein Sheltie und hat eine Haut- und Muskelerkrankung (Dermatomyositis ), die schließlich zur Erweiterung seiner Speiseröhre mit all ihren Folgen geführt hat. Das Grundgerüst des folgenden Artikels habe ich aus dem Englischen übersetzt. Er ist durch und mit Hilfe von Mitgliedern einer englischsprachigen Online-Group zum Megaösophagus bei Hunden entstanden.

In den weißen Kästen sind weitere Vorschläge und Anmerkungen sowie Berichte über unseren konkreten Weg mit dieser Krankheit umzugehen. Wenn Sie Ideen, Erfahrungen oder Anmerkungen haben, oder ihr Hund ebenfalls betroffen ist, würde ich mich über Kontakt freuen.

Bitte beachten: Die Namen und Angaben zu Medikamenten sind dem englischen Original entnommen, die Links verweisen auf entsprechende meist englische Infoseiten.

 

 Aktualisierungen: die MÖ-Seite ist wieder online, die Links sind größtenteils noch deaktiviert   18.12.2007

Ossi ist inzwischen über 15 Jahre alt :-)
 
- mit MÖ! - mit Futterbrei, mit Tritthocker, erhöhtem Futter vom flachen Teller, vielen kleinen Mahlzeiten und und und ... und immer GROßEM Appetit!  Nur Ausnahmen oder Abweichungen vom Procedere sind Tabu, das geht sonst schief. Demnächst gibt's an dieser Stelle vielleicht mal ein Filmchen dazu.. ? 
Ossi ist ganz zauselig und tüddelig, ja, ein sehr alter Hund. Und dabei ganz besonders.          17.12.2007


Eine neue Seite mit Rezepten, die bei einigen MÖ-Hunden funktionieren     30.05.2005
Thema: MÖ und Lungenentzündung   25.05.2005
Ein neuer Bericht von Harry :-))  17.03.2005
Link zu Daisy - einer Franz. Bulldogge mit MÖ   06.03.2005
update: Ossi
   25.06.2004
ergänzende Liste möglicher Symptome
     31.05.2004
eine erste Vorstellung von Harry     31.05.2004 + 07.06.2004
Vitamin B12
     22.05.2004
Der Donut ist ein Segen
      14.03.2004
Verdickungsmittel
    29.01.2004
Bailey´s feeding chair
,   Bett wie ein Donut 
Tränken, Eiswürfel
,  Röntgenbilder

 
Beschreibung:

Der Megaösophagus  (MÖ) beim Hund ist eine ernste und potentiell verhängnisvolle Missbildung der Speiseröhre ( Ösophagus - die Röhre, die das Maul mit dem Magen verbindet ). Die Speiseröhre kann gänzlich vergrößert sein, ausgebeult erscheinen oder vergrößerte Taschen aufweisen. Zu den Symptomen eines MÖ gehört der Rückfluss von Nahrung und/oder Wasser sofort nach der Aufnahme. Megaösophagus-Hunde können aber auch erst Stunden nach dem Fressen erbrechen. Die schwersten Folgen für einen betroffenen Hund sind Unterernährung und Aspirations-Pneumonien (Lungenentzündungen aufgrund von Futterpartikeln / Flüssigkeit ... die durch Verschlucken in die Lunge gelangt sind). MÖ kann durch eine angeborene Missbildung oder durch primäre Erkrankungen wie (=Schilddrüsenunterfunktion) und verursacht werden.

( Anmerkung: Die bei Dermatomyositis auftretende Muskelproblematik kann ebenfalls zu einem Megaösophagus führen. )

Megaösophagus kann durch eine Röntgenaufnahme diagnostiziert werden, aber gewöhnlich wird zusätzlich ein zu schluckendes Kontrastmittel verwandt. MÖ kann von Geburt an bestehen, kann sich aber auch erst später entwickeln.

Den Besitzern wird oft empfohlen ihre Hunde einzuschläfern, vor allem wenn es ein angeborenes Problem ist.  Das ist üblich, da Tierärzte wissen, wie schwierig es sein kann mit einem Megaösophagus-Hund zu leben. Es gibt keine Heilung für diese Krankheit. Das Beste, was man machen kann, ist diesen Zustand so zu halten, dass der Hund ein gutes Gewicht halten kann und vor Lungenentzündungen in Folge von Aspiration geschützt wird. Viele von uns haben festgestellt, dass durch etwas harte Arbeit, Ausdauer und Geduld, die Symptome des MÖ durch eine Veränderung der Lebensumstände deutlich reduziert werden können und die Hunde über Jahre eine gute Lebensqualität haben können. Natürlich gibt es auch Hunde,  deren Erkrankung so schwer ist, dass jede noch so große Mühe vergebens ist, sie nicht gerettet werden können. Weiterhin sind einige Menschen nicht in der Lage einen MÖ-Hund ausreichend zu pflegen - sei es durch körperliche oder zeitliche Grenzen.  [...] 

Eine ergänzende Liste mit möglichen Anzeichen...
  • Husten beim oder nach dem Fressen oder Trinken
  • Husten insbesondere in der Nacht oder nachdem der Hund eine Weile auf ebener Erde liegt
  • Hinunterwürgen des Futters
  • Sich-Verschlucken beim Fressen und Trinken
  • vermehrtes Sabbern, Speicheln, Schleimen
  • vergorener Geruch aus dem Maul
  • Glucksen, Gluckern - wie schwappendes Wasser in einem Eimer - wenn der Hund sich bewegt
  • Erbrechen / Spucken erfolgt sehr unvermittelt, z.B. im Schlaf oder wenn der Hund den Kopf nach unten hält, der sonst "übliche" Würgereiz fehlt, man spricht dann von Regurgitieren
  • Erbrechen von Schleim, Schaum, purem Wasser oder von Futter wenige Minuten aber auch viele Stunden nach dem Fressen
  • erbrochenes Futter erscheint unverdaut, ist aber evtl. durch längeres Verbleiben in der Speiseröhre vergoren ist und riecht übel
  • säugenden Welpen läuft die Muttermilch wieder aus Maul oder Nase
  • Entzündung der Schleimhäute, Rachen und Speiseröhre
  • wenn der MÖ mit einem Schwund der Kau- und Gesichtsmuskulatur einhergeht: Vermeiden oder Probleme beim Kauen, Futterreste an Lefzen und im Maul, der früher blankgeputzte Futternapf wird nun verschmutzt zurückgelassen, unsauberes Lecken, eingefallenes Gesicht usw...

Die Ausprägung und damit auch die Symptomatik eines MÖ kann sehr sehr verschieden sein! So auch die Häufigkeit mit der bestimmte Symptome auftreten. Dies sollen nur Anhaltspunkte sein. Bei vielen jungen Hunden mit MÖ ist die Prognose gut und es ist sogar möglich, dass sie mit der Zeit quasi aus der Krankheit herauswachsen.


Management:  Was kann man tun?

Der Megaösophagus unter den Hunden ist sehr verschieden. Alle Hunde mit der Diagnose MÖ sollten weiteren Tests unterzogen werden, um zu sehen, ob die primären Ursachen dieser Erkrankung gefunden werden können. Wenn die Grunderkrankung gefunden wurde, kann die Behandlung und Kontrolle dieser Krankheit die Schwere des MÖ verringern. Unabhängig davon ist die Suche nach einem geeigneten Konzept für MÖ-Hunde in hohem Maße ein Ausprobieren. Wenn etwas gute Wirkung zeigt, bleiben Sie dabei. Wenn es nicht funktioniert, versuchen Sie etwas anderes. Es kann bis zu 6 Monate dauern bis Sie die richtige Kombination gefunden haben, die am besten für Ihren Hund ist. Bitte bedenken Sie aber auch, dass selbst das beste Behandlungsprogramm nicht die gesamten Symptome des MÖ eliminieren kann. Die meisten Hunde scheinen nach einer Weile Rückfälle zu haben. Wenn die Rückfälle nur periodisch auftreten und nur wenige Tage anhalten, machen Sie mit dem Originalprogramm weiter. Diese Rückschläge sind oft unerklärlich, aber sie können durch Änderungen im Wetter (der Temperatur, Luftfeuchtigkeit), durch andere Krankheiten und heimliches Knabbern (Gras fressen usw.) verursacht werden. Hier ist eine Liste mit Vorschlägen, die man ins MÖ-Behandlungs-Programm eines Hundes integrieren kann. Bitte bemerken Sie, dass Sie all diese Vorschläge nicht für Ihren Hund übernehmen müssen:
 

1.  Finden Sie die für Ihren Hund beste Konsistenz des Futters heraus:
Einige Hunde mit MÖ kommen nur mit vermischtem Futter, das die Konsistenz einer Suppe hat, zurecht. Für andere Hunde ist das Füttern von Stücken besser. Zum Beispiel können Sie trockene Hundenahrung in Wasser einweichen bis sie breiig ist oder das Trockenfutter so mit Wasser mischen, dass sie eine Suppe erhalten. Oder Sie fügen dem Trockenfutter unmittelbar vor dem Verfüttern Wasser hinzu, so dass die einzelnen Stückchen darin schwimmen. Trockenfutter wird hier als Beispiel verwandt, dies kann für jede Sorte der Hundenahrung gelten.
Sie können auch für zusätzliche Kalorienzufuhr durch Zugabe von Ensure, NutriCal oder gerührten Eiern sorgen. Vermeiden Sie es, Kekse oder andere harte Snacks zu geben. Achten Sie auf Kauartikel wie Rohleder und Kauknochen, da ein Hund kleine Stücke abbeißen und schlucken kann. Vermeiden Sie auch die Zugabe von Ölen, da diese sehr ernste Komplikationen verursachen können, ob durch Inhalation während des Fressens, durch Rückfluss oder Erbrechen.

>> Rezepte  - die bei einigen MÖ-Hunden funktionieren...

2.  Füttern Sie Ihren Hund in einer erhöhten Position:
Das kann auf zwei verschiedene Arten geschehen: Der Hund kann in sitzender Position gefüttert werden oder auf seinen Hinterbeinen stehend. Sie können den Hundenapf selbst festhalten oder ihn auf einem Stuhl, einer Box, einem Tisch usw. platzieren, abhängig von der Größe des Hundes. Sie sollten die Futterschüssel evtl. festhalten, damit sie nicht herunterfallen kann.

 
Ossi fressend - August 2003

[ 01.Sept.03 ]
So sieht es nun aus, wenn Ossi frisst. Dieser Tritthocker leistet gute Dienste. Er kann mit den Vorderpfoten auf der Stufe stehen und so mit ganz nach oben gestrecktem Körper (und damit auch senkrechter Speiseröhre) fressen. Zunächst hatte ich ihn aus der Hand im Stehen gefüttert - dabei musste er aber immer wieder absetzen und konnte die Position nicht halten. Das Füttern aus einem erhöhten Napf auf einem einfachen Stuhl war auch nicht so günstig, da er dabei die Vorderpfoten auf Napfhöhe halten musste und nicht so sicher stehen konnte.

[ 18.Dez.03 ] 
Die Problematik hat sich leider sehr, sehr verstärkt. Jegliches Futter gibt es mittlerweile doch aus der Hand. Der Körper ist dann gestreckter und Ossi kann vor allem nicht so sehr schlingen, er leert den Napf sonst sehr hektisch und in nur wenigen Zügen. So frisst er ruhiger, langsamer und eben Stück für Stück für Stück ... 

[ 25.Juni.04 ] 
Ein Update nach mittlerweile mehreren Monaten...  und nach vielen manchmal auch sehr verzweifelten Versuchen, irgendwie genug Futter in Ossi´s Magen zu bekommen...  Er bekommt seit Längerem ausschließlich Futter in sämig breiiger Konsistenz - also sehr fein püriert (So wird man zum Küchenmaschinen-Experten!). Er bekommt es in kleinen Mengen, dafür am Tage im Abstand von 2-3 Stunden. Bewährt hat sich das weiterhin erhöhte Füttern von einem flachen Teller, so dass er es in kleinen Portionen lecken muss.

Im Augenblick geht es Ossi unglaublich gut, er hat endlich wieder zugenommen, hat nicht mehr so großen Hunger, die sonst schwierigen Nächte sind völlig entspannt. Er verschluckt sich weniger beim Fressen, hustet kaum und "spuckt" sehr viel weniger! Nur das laute "Schlackern" der Speiseröhre, wenn er rennt, ist wesentlich lauter geworden.

[ Sept.04 ] 
Nach den letzten so positiven Nachrichten ist Ossi im August 2004 mit einer Lungenentzündung zusammengebrochen. Durch die Probleme beim  Schlucken ist Nahrung oder Flüssigkeit in die Lunge geraten und führt da zu schweren Komplikationen. Näheres dazu in seinem Tagebuch.

[ März.05 ] 
Einige Worte zu Speedy ... :-)

[ Dez.07 ] 
Ossi ist inzwischen über 15 Jahre alt :-) siehe oben ...

3.  Halten Sie Ihren Hund auch nach dem Fressen/Trinken in erhöhter Position:
Dies kann durch das Einnehmen einer Sitzposition oder durch Halten des Hundes auf den Hinterbeinen erreicht werden. Wie lange Sie den Hund hochhalten müssen kann variieren. Einige Hunde brauchen nur so lange gehalten zu werden bis sie rülpsen (Sie können dies dadurch erleichtern, indem Sie seitlich oder von oben auf den Brustkorb klopfen). Andere Hunde müssen 30 Minuten und länger so erhöht gehalten werden. Ein Hund kann sich zunächst dagegen wehren, dass er hochgehalten wird, aber versuchen Sie Ihr Bestes und hoffentlich gewöhnt er sich schnell daran. Größere Hunde können problematischer sein. Sie in einer Sitzposition zu halten kann ausreichen, aber andere Ideen sind: ihren "Kennel" so weit zu verkleinern, dass sie aufrecht darin sitzen müssen, oder sie so auf die Treppe zu stellen, dass der Kopf zum oberen Ende der Treppe zeigt, so als würden sie gerade die Treppe hinauf gehen. Andere Leute sagen, dass leichte Aktivität - wie z.B. ein langsamer Spaziergang - nach dem Fressen etwas hilft. Lassen sie einen Hund aber NIE direkt nach dem Fressen körperlich trainieren oder sich stark bewegen, da dies Blähungen und Magendrehungen verursachen kann - das kann lebensgefährlich sein.

  "Bailey's chair"

An dieser Stelle zunächst ein Foto und eine kurze Notiz zu Bailey's chair. Diesen Stuhl haben Bailey's Besitzer gebaut, um ihm das Fressen zu erleichtern. In diesem Stuhl bekommt er sein Futter und  - das ist ein ganz entscheidender Punkt - er sitzt auch nach dem Fressen noch für einige Zeit in dieser Position.

Im ersten Augenblick scheint dies etwas befremdlich. Wenn man jedoch sieht, wie entspannt Bailey sich in seinem Stuhl verhält, dass er wedelnd dorthin läuft, wenn wieder Fressenszeit ist, und dass er danach den Kopf auf die Seite legend im Stuhl ein Schläfchen hält, dann schwindet dieser erste Eindruck schnell. Seine Familie (Das sind Donna und Joseph Koch aus Newhall, USA) hat sehr liebevoll und engagiert ein Video erstellt, in dem über ihn, über sein Leben mit MÖ und ganz im Detail über den Aufbau seines Stuhles berichtet wird.    >> email an mich

Bailey in his feeding chair

4.  Füttern Sie Ihren Hund 3-4 mal kleine Mahlzeiten am Tag:
Wenn Ihr Hund derzeit einmal täglich frisst, teilen Sie diese Mahlzeit auf 3 auf. Wenn er bisher zweimal am Tag frisst, verteilen Sie es auf 3 oder 4 usw. Zuviel Futter auf einmal führt meistens zum Spucken/Erbrechen. Einige Leute behaupten, dass die Fütterung einer Mahlzeit spät am Abend (unmittelbar vor dem Zubettgehen) das nächtliche Erbrechen reduziert. Wieder einige sprechen von Erfolgen durch Fütterung mit einem Löffel.

5.  Vorenthalten von Wasser zwischen den Mahlzeiten:
Wenn Sie genug Wasser verwenden, um damit das Futter aufzuweichen, können Sie das Wasser zwischen den Mahlzeiten wegstellen. Dies müssen Sie nur tun, wenn Ihr Hund nach dem Wasser-Trinken spuckt. Eine andere Alternative ist das Wasser nur dann anzubieten, wenn Sie in der Lage sind, den Hund unmittelbar nach dem Trinken auch hochzuhalten. Bieten Sie Ihrem Hund häufiger Wasser an, wenn es draußen besonders heiß ist oder wenn er kurz zuvor aktiv war. Einige hatten Erfolg damit, ihren Hunden jeweils einen Eiswürfel zu füttern.

[ 01.Sept.03 ]
An eben diesem Punkt stehen wir zur Zeit. Ossi hat in aller erster Linie Probleme mit Wasser oder sehr flüssiger - suppiger Nahrung. Größere Brocken (z.B. Fleisch), aber auch einfache Leckerli kann er ganz unproblematisch schlucken. Unmittelbar nach dem Saufen muss er ein paar Mal husten - auch in noch erhöhter bzw. senkrechter Position. Teilweise spuckt er einige Minuten später einen Schwapp Wasser bzw. Futter + Schleim wieder aus. Danach ist es wieder o.k.

Ossi trinkend - September 2003  

[ 05.Sept.03 ]
In den letzten beiden Tagen habe ich versucht, Ossi auf diese Weise Wasser zu geben - und ..... er hat danach weder husten noch spucken müssen. Vielleicht ist dies der richtige Weg. Im Moment geht noch viel daneben und landet in seinem "Bart". 

Die Flasche ist eine normale Sport-Trinkflasche, in die ich Wasser mit einem Schuss Sahne gebe, damit es schmeckt und um Ossi zunächst daran zu gewöhnen.


[ 16.Nov.03 ]
Die gesamte Schluck - oder besser Trink-Problematik hat sich in den letzten Wochen deutlich verstärkt. Ossi bekommt nun zu den relativ festen und trockenen Mahlzeiten Eiswürfel (bestehend aus Wasser mit etwas Hühnerbrühe) mit ins Futter. Auf diesem Wege soll sein Flüssigkeitsbedarf gedeckt werden und sein Durst zwischendurch gemindert werden, so dass er weniger oft Trinken und damit auch weniger oft Husten bzw. Spucken muss.

die umgebaute Kaninchentränke        [ 16.Dez.03 ]

Diese wunderbare Tränke hat ein Freund für Ossi gebaut. Ursprünglich war dies eine Tränke für "Zwergkaninchen und ( wohl sehr, sehr... ) kleine Hunde". Die Öffnung - also Kugel und Rohr - waren jedoch zu schmal und unergiebig.
Mir erscheint es immer wichtiger, dass Ossi möglichst langsam und in sehr kleinen Portionen trinkt (und frisst). Diese Tränke kann zwar nicht späteres Spucken verhindern, aber der Trinkvorgang selbst wird ruhiger, er verschluckt sich dabei nicht mehr und muss dann auch nicht mehr husten! Das liegt wahrscheinlich auch an der so nach oben gestreckten Kopfhaltung.


[29.Jan.04]
Ossi ist nicht mehr in der Lage normales Wasser oder andere Flüssigkeiten aufzunehmen bzw. sie führen unweigerlich zum Spucken / Erbrechen auch von bereits "geschluckter" Nahrung. Die Eiswürfel, die Tränke - leider waren es wohl nur vorübergehende Lösungen. Das hat ihn sehr zurückgeworfen. Die Zufuhr über die Nahrung allein ist aber nicht ausreichend, er hat einfach Durst. 
Drum an dieser Stelle ein paar Notizen zu einem anderen Weg der Flüssigkeitsaufnahme, mit dem es ihm um Welten besser geht!

Gelatine einfache weiße Gelatine, die man in jedem Supermarkt bekommt, sie ist geschmacks- und geruchsneutral, die fertige Masse lässt sich in Würfel schneiden oder direkt unters Futter geben.
Agartine oder auch 
Agar-Agar (aus dem Bioladen)
Alternativen zur Gelatine aus Meeresalgen

Nestargel

Quick & Dick

Clinutren

Resource Thickenup

Thick & Easy

Verdickungsmittel aus der Humanmedizin;
All diese Pulver sind in der Apotheke zu bestellen und laufen unter der Indikation Säuglingsdiät bzw. Stoffwechselstörung. Sie sind einfach ins Wasser oder die Nahrung einzurühren. Lt. Prospekt zu 'Quick und Dick' kann die angedickte Flüssigkeit vom Körper resorbiert werden!

    

Mit Nestargel und der o.g. Agartine ist Ossi nicht gut klar gekommen. Gelatine und 'Quick und Dick' helfen aber gut weiter!


[ 25.Mai 05 ]
Ossi hat sich "trinktechnisch" sehr stabilisiert - oder besser gesagt: Wasser ist KEIN Thema mehr. Seit gut einem Jahr kann wieder ständig ein Wassernapf (wenn auch nicht für ihn bestimmt) in der Wohnung stehen. Ossi geht von selbst nicht mehr daran. Entscheidend dafür ist sicher, dass sein Flüssigkeitsbedarf durch das mittlerweile bereits sehr flüssig-breiige Futter gedeckt werden kann. Konkret sind das etwa 2 Gläser Wasser, die ich pro Tag zu seinem Futter gebe, um es beim Pürieren in die richtige Konsistenz zu bekommen. Andererseits scheint er einfach durch Erfahrung gelernt zu haben, welche Folge das Saufen hat. :-(  Trinkt er, führt dies unweigerlich zum Regurgitieren. Wenn er merkt, dass doch Nahrungspartikel in der Speiseröhre geblieben sind, trinkt er extra, sucht sehr energisch nach Wasser oder macht sich bemerkbar, wenn kein Wasser verfügbar ist, um sich mit Hilfe dessen wieder von diesen zu befreien. Es ist mir nach wie vor ein Rätsel, warum Flüssigkeiten so problematisch sind, er aber mit relativ flüssig-breiiger Nahrung (yoghurt-artige Konsistenz) zurecht kommt. Aber so funktioniert es eben bei ihm ...

6. Geben Sie Ihrem Hund zweimal täglich ein Magensäure bindendes Mittel:
Wenn Ihr Hund erst mehrere Stunden nach dem Fressen erbricht, kann der Rückfluss der Magensäure ein Problem werden. Sie können versuchen Ihrem Hund ein Antacida ( = Magensäure bindende / neutralisierende Mittel) wie z.B. Tagamet oder Pepcid AC zweimal täglich mit dem Futter zu geben. Ein Vorteil von Tagamet ist seine flüssige Form. Wenn ein bestimmtes Medikament nicht zu wirken scheint, probieren Sie ein anderes mit einem anderen Wirkstoff.  Sie können auch rezeptpflichtige Antacida von Ihrem Tierarzt verschrieben bekommen. Es ist sehr schwierig diese Mittel überzudosieren, aber, um auf der sicheren Seite zu sein, fragen Sie Ihren Tierarzt nach der angemessenen Dosis für Ihren Hund, schließlich kann jedes Medikament zu möglichen Nebenwirkungen führen.

7. Geben Sie Ihrem Hund ein Expektorans:
Wenn Ihr Hund mehrere Stunden nach dem Fressen dicken Schleim erbricht, sollten Sie mehrmals am Tag Guaifenesin-Sirup zu seinem Futter hinzufügen. Guaifenesin hilft den Schleim zu lockern/zu lösen. Man findet es in Hustenmitteln wie z.B. Robitussin. Gehen Sie aber sicher, dass Sie ein Medikament einzig mit Guaifenesin erhalten - denn Sie wollen keine abschwellenden Mittel für die Nase, keine Schmerz- oder fiebersenkenden Mittel, Hustenhemmer oder ähnliche kühlende Inhaltstoffe, denn diese können die eigentlichen Probleme verstärken. Guaifenesin hat nur einen begrenzten Erfolg, aber es ist einen Versuch wert, wenn Ihr Hund chronisch Schleim erbricht. Bei einem Hund von kleiner oder mittlerer Größe probieren Sie die Dosierung für ein Kind und die eines Erwachsenen, wenn Sie einen großen Hund haben - oder fragen Sie Ihren Tierarzt nach der entsprechenden Dosierung.
( Expektoranzien = auswurffördernde Mittel; Guaifenesin-Sirup ist in Deutschland nicht mehr erhältlich, das betrifft auch Produkte ähnlicher Zusammensetzung - Info/Stand: März 2004 )

8.  Lassen Sie Ihren Hund in erhöhter Position schlafen:
O.k., das ist leichter gesagt als getan. Wenn es für Ihren Hund möglich ist mit dem Kopf oder Oberkörper auf einem oder vielleicht zwei Kissen zu schlafen, so kann das helfen, das nächtliche Erbrechen und den Säure-Rückfluss zu reduzieren.

[25.Dez.03]
Ossi schläft jetzt in einem schiefen Donut* - also in bzw. auf einem Kissen in solch einer Form. Dadurch liegt er mit erhöhtem Kopf und Oberkörper. Er nimmt es sehr gern an und es gibt mir ein besseres Gefühl. Vielleicht ist es ihm einfach nur angenehm so zu liegen, vielleicht aber vermindert es tatsächlich Rückfluss und Erbrechen...

        

* Ein altes Laken zu einem Schlauch genäht und mit Decken gestopft und an den Enden verknotet, kost-nix, waschbar und beliebig in der Größe, auch eine Empfehlung für fitte Hunde...

[14.Mrz.04]
So banal es ist: Doch eben dieser Donut ist wirklich ein Segen!
Die letzten Wochen haben es immer deutlicher gezeigt. Flaches Liegen führt nach kurzer Zeit zum Husten, Schlucken, Spucken, Regurgitieren ... Erhöhtes Liegen mit Kopf und Oberkörper kann dies nicht immer verhindern, aber der Unterschied ist sehr deutlich! Ossi legt sich sehr bewusst dort hinein, fühlt sich zudem geborgen und die Nächte sind dadurch um vieles ruhiger. Die "Donuts" begleiten ihn jetzt zu Haus, im Auto und auf Reisen ... 

9. zusätzliche Gabe von Vitamin B6:
Einige Menschen geben ihren Hunden Vitamin B6 in der Hoffnung damit bei Nervenschädigungen, die manchmal einen Megaösophagus begleiten, zu helfen.

[09.Mai.04]
Ein weiteres Vitamin das eine wichtige Funktion bezüglich des Nervensystems hat, ist das Vitamin B12 (Cobalamine). Eigentlich ist davon auszugehen, dass ein Hund bei normaler fleischreicher Ernährung ausreichend Vitamin B12 aufnimmt und dieses zudem lange gespeichert wird, so dass sich ein Mangel erst sehr langfristig bemerkbar machen würde.

Trotzdem bekommt Ossi nun zusätzlich Vitamin B12. Warum? Wie im Tagebuch beschrieben, hat er sehr massiv auf eine Infusionsbehandlung vor einigen Wochen reagiert. Die Symptomatik hat sich verlagert und Ossi musste bei alledem wenigstens weniger oft "spucken". Einzige Komponente der Infusion, die darauf eventuell einen positiven Einfluss hätte haben können, war das zugesetzte hochdosierte B12. So war es also einen Versuch wert. Zumal B12 als wasserlösliches Vitamin bei Überversorgung soweit bekannt nebenwirkungsfrei über die Nieren wieder ausgeschieden wird. Wir haben also nach Tropfen und der entsprechenden Dosierung gesucht und...   - ich würde sagen, sie helfen! - *vorsichtig-auf-Holz-klopf*. Das Präparat nennt sich "Ankermann", es sind B12-Tropfen.

[22.Mai.04]

Ja, sie helfen!! Und wie! 
Ossi´s Spuckfrequenz hat sich deutlich verringert und er hat sogar wieder etwas zugenommen! 

Es gibt sehr umfangreiche Literatur zu B12, zu Verkommen, Verfügbarkeit für den Organismus, seiner Bedeutung, zu Wechselwirkungen mit anderen Stoffen und und ... . Ich habe noch nicht ganz den Überblick, kann aber nur wärmstens empfehlen, sich in dieser Richtung einzulesen.

10. Verordnete Medikamente:
Ihr Tierarzt kann verschiedene Medikamente verordnen, die die Symptome des Megaösophagus verringern können - oder auch nicht. Die meisten Medikamente wirken auf die Nerven- oder Muskelmotilität. Sie können aber nicht entsprechend helfen, wenn das Hauptproblem ist, dass die Speiseröhre zu weit oder ausgebeult ist. Es gibt keine Medikamente, die die Größe der Speiseröhre reduzieren können! Einige verschreibungspflichtige Medikamente sind: Prevacid, Cisapride (Propulsid) und Reglan.
( Alle genannten Medikamente sind in D unter selben Namen bekannt. )

11. Akupunktur:
Die Symptome eines Megaösophagus können durch eine spezielle  Behandlung durch  Akupunktur verringert werden. Es kann schwierig sein einen Tierarzt zu finden, der  Akupunktur anwendet, aber es wird immer populärer. [...]


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